{"id":73,"date":"2021-09-22T17:50:06","date_gmt":"2021-09-22T16:50:06","guid":{"rendered":"http:\/\/positronikpunk.de\/?p=73"},"modified":"2021-09-22T18:00:05","modified_gmt":"2021-09-22T17:00:05","slug":"heft-1-von-schablonen-aufgaben-kurzsignalen-und-n-triaethyl-borazan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/positronikpunk.de\/?p=73","title":{"rendered":"Heft 1: Von Schablonen-Aufgaben, Kurzsignalen und N-Tri\u00e4thyl-borazan"},"content":{"rendered":"<p><strong>I.<\/strong> Wer im Jahr 2021 den allerersten Perry Rhodan-Heftroman in die Hand nimmt, trifft auf einen Sprachduktus, der sich jedem Kurs in Creative Writing verweigert. Karl-Herbert Scheer pflegte ein pr\u00e4zises und kristallklares Deutsch. Angst vor Adjektiven hatte er auch nicht. Mir hat das immer schon &#8211; ich kenne das Heft ja seitdem ich den ersten Silberband vor rund 20 Jahren gelesen hatte &#8211; sehr gut gefallen. Es liest sich s\u00fcffig und das technisch Geschliffene der Scheerschen S\u00e4tze passt exakt zur Handlung. Der Start der STARDUST am 19. Juni 1971 zum Mond ist nicht zuletzt ein milit\u00e4risches Unternehmen (der Begriff <em>Unternehmen<\/em> ist ja aus der Milit\u00e4rgeschichte bekannt). Die bemannte Mondlandung der 4 amerikanischen Risikopiloten kann, und das ist jederzeit klar, immer auch von anderen M\u00e4chten (Asiatische F\u00f6deration) angefochten werden.<\/p>\n<p><strong>II. <\/strong>F\u00fcr mich war es immer schon spannend, dass die Handlung 1971 spielt. Es gibt hier n\u00e4mlich eine doppelte Alterit\u00e4tserfahrung von Science-Fiction und Retrofuturismus. Wie hat man sich 1961 die Zukunft vorgestellt? Ganz anders als man es heute tun w\u00fcrde. Man kann hier Zukunft und Vergangenheit gleichzeitig entdecken. Es ist ein bi\u00dfchen wie mit den alten Bond-Streifen. Sie haben einfach ihren eigenen Charme, sind nicht noch nicht dem Zeitgeist angepasst\u00a0 und wirken deshalb subversiv und unbek\u00fcmmert.<\/p>\n<p><strong>III.<\/strong> KHS legt hier einen zeitlosen Serienanfang vor. Sprachlich besonders gelungen ist der Einstieg: Zentrale-Hauptbunker, Schiffselektronik, Hauptautomaten, Routinen und Schablonen-Aufgaben. Scheer geht hemds\u00e4rmelig vor und zeichnet schn\u00f6rkellos ein Setting, welches mich direkt packt. Gut dargestellt ist auch, dass Perry, Bully, Flipp und Manoli der Technik immer auch ausgeliefert sind. Sie m\u00fcssen einiges aushalten beim Start, inklusive Biss auf die Zunge. Die Maschinerie der STARDUST, so scheint es, kann ihnen jederzeit im die Ohren fliegen. Auf dem Mond schlie\u00dflich erleben sie ein gespenstisches Licht, einen \u00fcbergangslosen Schatten und eine erbarmungslose Sonne.<\/p>\n<p><strong>IV.<\/strong> <em>Unternehmen &#8222;Stardust&#8220; <\/em>habe ich schon im Silberband, in der 3. und der 5. Auflage gelesen. Der erste Perry wird mit dem zeitlichen Abstand immer noch besser, weil er einfach gut geschrieben ist. Gerade die Erfahrung der Verlorenheit im gro\u00dfen weiten All wird gut eingefangen, vor allem durch die kurzen Andeutungen zum Gro\u00dfen Imperium und den anderen Machtfaktoren in der Milchstra\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Wer im Jahr 2021 den allerersten Perry Rhodan-Heftroman in die Hand nimmt, trifft auf einen Sprachduktus, der sich jedem Kurs in Creative Writing verweigert. Karl-Herbert Scheer pflegte ein pr\u00e4zises und kristallklares Deutsch. Angst vor Adjektiven hatte er auch nicht. 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